Kirmeshistorie

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KIRMESHISTORIE

Die Kirmes hat eine lange Tradition. Der Begriff leitet sich ursprünglich von "Kirchmess" bzw. "Kirchweihfest" ab. An diesem Tag gedachte man vor Jahrhunderten der Einweihung der jeweiligen Dorfkirche. Wahrscheinlich hat sich die Bezeichnung "Kirmes" schon im Mittelalter daraus entwickelt. Spätestens im zwölften Jahrhundert hat sich parallel zum Kirchenfest auch eine weltliche Veranstaltung gebildet - mit Warenhändlern, Artisten und Schaustellern.

Kirmes auf dem Lande
Kirmestage waren arbeitsfreie Tage, die Bauern bestellten ihre Felder nicht und der Arbeiter erschien nicht in der Fabrik. Man sicherte sich so das Gewohnheitsrecht auf einige Urlaubstage, welches es gesetzlich noch gar nicht gab. Die Verwandtschaft sagte sich an, das bedeutete für die Frauen putzen und vorkochen. Im achtzehnten Jahrhundert war es sogar üblich, ganze Häuserfassaden zu streichen wenn Kirmes war. Es wurde viel gegessen und getrunken. Auf dem Lande bot die Kirmes meist die einzige Gelegenheit zum Tanz. Getanzt wurde auf dem Dorfplatz, ab dem 19. Jahrhundert auch im Saal. Die Kirmes war für junge heiratswillige Menschen auch meist die einzige Gelegenheit adäquate Partner kennen zu lernen. Die Kirmestage dienten zur Entspannung, Familienzusammengehörigkeit und Heimatsinn wurden gepflegt.

Die Entwicklung des Schaustellergewerbes
Zu den schaustellerischen Darbietungen zählten über die Jahrhunderte artistische Darbietungen, Schaustellen von ungewöhnlichen Personen, Tieren und Objekten, szenische Theatervorführungen. Erst im 19. Jahrhundert begann die aktive Teilnahme des Kirmes- Besuchers am Geschehen. Das Karussell, die Schaukel und das Schießen am Schießstand gehörte zu den ersten aktiven Kirmesbeschäftigungen. Die erste transportable Rutschbahn lässt sich in Deutschland 1885 nachweisen. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Deutschland eine blühende Karussellindustrie, ab 1909 kamen die riesigen Bauten der ersten Achterbahnen hinzu und 1926 der aus Amerika übernommene Autoscooter, 1931 die erste Geisterbahn. Der heutige Begriff des Schaustellerei hat sich Ende des vorletzten Jahrhunderts entwickelt.

Kirmes heute
"Fliegende Bauten" werden die Geschäfte genannt, die die Schausteller heute meistens im Familienbund betreiben. Sie sind transportabel und werden in der Saison von Frühjahr bis Herbst auf mehreren Plätzen aufgestellt. Der gesamte Betrieb ist mobil, während der Saison leben die Schausteller und ihre Angestellten in Wohnwagen.
Aus der ehemaligen russischen Schaukel hat sich das Riesenrad entwickelt, aus einer Rutschbahn die heutige Achterbahn, das gute alte Karussell mit seinen klassischen Pferden dreht nach wie vor seine Runden. Immer größer, höher, schneller, heißt die Devise des zwanzigsten Jahrhunderts. Während sich die Neuheiten des Fahrgeschäftsektors überschlagen, werden die klassischen Schaustellungen immer rarer. Variete-Theater, Flohzirkus, Steilwandfahren und ähnliches gibt es nur noch auf größeren Plätzen.

Kirmes für zu Hause
Das Thema Kirmes ist auch für viele Modellbauer eine spannende Angelegenheit. So können Sammler verschiedene Kirmes-Fahrwerke aus Blech erwerben. Diese können wiederum durch eine kleine Dampfmaschine in Bewegung gesetzt werden.
Auf Modellbautagen findet man immer wieder Vereine, die sich ausschließlich dem Nachbau von Jahrmärkten widmen. Auch der Spielzeughandel hat sich auf die Bedürfnisse dieser Modellbauer eingestellt und liefert immer wieder neue Attraktionen für die kleine Kirmes zu Hause.